ÖFFENTLICHES BAURECHT

Gänsehaltung im reinen Wohngebiet ist unzulässig!

VG Köln, Urteil vom 01.07.2015, Az.: 23 K 42/14

Ein Einwohner (E) hielt auf seinem ca. 1.000 m² großen Grundstück zwei Gänse. Aufgrund von Beschwerden aus der Nachbarschaft forderte ihn die Stadt auf, die Gänse vom Grundstück zu entfernen. Gänsehaltung sei in einem reinen Wohngebiet unzulässig. G wandte ein, er werde die Tiere künftig über Nacht in einen Stall sperren. Eine Ruhestörung sei nicht mehr zu befürchten. Im Übrigen passten die Gänse zum ländlichen Charakter des Stadtteils. Nach erfolglosem Widerspruch erhob er Klage.


Die Klage war nicht erfolgreich. Die Ordnungsverfügung der Stadt sei rechtmäßig. In einem reinen Wohngebiet sei neben dem Wohnen nur eine solche Nutzung zulässig, die mit dem Wohnen typischerweise verbunden ist und das Wohnen nicht wesentlich stört. Hierzu gehöre zwar die Haltung von Klein- bzw. Haustieren. Die Tierhaltung sei allerdings auf solche Tiere beschränkt, die üblicherweise in Wohngebieten anzutreffen sind. Gänse gehörten – anders als beispielsweise Hunde, Katzen und Kaninchen – nicht hierzu. Abgesehen davon seien Gänse besonders schreckhafte Tiere. Sie verursachten stets Ruhestörungen.

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