AMTSHAFTUNG

Verkehrssicherungspflicht auf Wanderwegen

LG Magdeburg, Urteil vom 12.06.2014, Az.: 10 O 397/14

Eine 75-jährige Frau klagte gegen eine Gemeinde auf Schadensersatz wegen einer angeblichen Verletzung von Verkehrssicherungspflichten. Sie war auf einem Wanderweg gestürzt, der zu einer Sehenswürdigkeit führte. Hierbei hatte sie sich Kratzer und Prellungen zugezogen. Der Sturz ereignete sich auf einer alten, ausgetretenen Steintreppe, die über kein Geländer verfügte.

Die Schadensersatzklage hatte keinen Erfolg. Die Gemeinde habe ihre Verkehrssicherungspflichten nicht verletzt. Inhalt und Umfang einer Verkehrssicherungspflicht für Wege bestimmten sich nach der Widmung der Wege, den örtlichen Gegebenheiten sowie der Art und Intensität ihrer Benutzung. Auf Wanderwegen soll den Passanten ein möglichst unberührtes Bild der Natur präsentiert werden. Hiermit verbunden sei typischerweise ein geringer Ausbauzustand. Den Passanten obliege somit ein gewisses Maß an Eigenverantwortung, während die örtliche Gemeinde nur solche Gefahren verhüten müsse, mit denen ein durchschnittlicher Wanderer nicht zu rechnen braucht. Vorliegend hätten solche Gefahren nicht vorgelegen. Insbesondere sei das Fehlen des Treppengeländers für die Klägerin offensichtlich gewesen.

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