ARCHITEKTENRECHT

Bautagebuch nicht geführt – Minderung des Honoraranspruchs?

BGH, Beschluss vom 13.08.2015, Az.: VII ZR 290/13

Ein Architekt (A) war für einen Bauherrn (B) auf der Grundlage einer mündlichen Vereinbarung als Planer und Bauüberwacher tätig. Nachdem es zum Streit gekommen war, machte A im Klageweg restliches Honorar in Höhe von ca. 54.000 € geltend. B wandte diverse Bauüberwachungsfehler ein. Außerdem habe A kein Bautagebuch geführt, weshalb der Honoraranspruch um 0,7 % gemindert sei.

Die Klage des A war erfolgreich. Die behaupteten Bauüberwachungsfehler habe B nicht substantiiert dargelegt. Ebenso habe er nicht bewiesen, dass das Anfertigen eines Bautagebuchs vertraglich vereinbart gewesen ist. Aus dem Grund sei ein Mangel der Architektenleistung nicht zu erblicken und eine Minderung des Honoraranspruchs komme nicht in Betracht.



Hinweis:

Die Entscheidung lässt sich nicht verallgemeinern. Das Führen eines Bautagebuchs gehört im Hinblick auf Anlage 10.1 LPH 8 e) HOAI durchaus zum üblichen Leistungssoll des Bauüberwachers. Abgesehen davon birgt eine fehlende Dokumentation des Bauablaufs für den Bauüberwacher erhebliche Haftungsrisiken.

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