BAURECHT

Styroporplatten zweilagig verklebt – WDV-System mangelhaft?

LG Stuttgart, Urteil vom 12.06.2015, Az.: 24 O 521/13

Ein Bauherr (B) beauftragte einen Bauunternehmer (BU) mit der Errichtung eines Einfamilienhauses, das den Anforderungen eines „KfW-Effizienzhaus 55“ genügen sollte. Zu dem Zweck führte der BU ein Wärmedämmverbundsystem (WDV-System) aus. In Bereichen, in denen eine Styropordicke von 220 mm erforderlich war, verklebte der BU eine 200 mm und anschließend eine 20 mm dicke Styroporplatte. Nach der Fertigstellung zeigten sich Risse im Außenputz. B machte Schadensersatz geltend.

Die hierauf gerichtete Klage war erfolgreich. Nach Aussagen eines Sachverständigen widerspreche die Ausführung den anerkannten Regeln der Technik. Das WDV-System sei folglich mangelhaft. Bei einer zweilagigen Verklebung müsse jede Styroporplatte eine Dicke von mindestens 40 bis 60 mm aufweisen. Andernfalls sei die Standfestigkeit nicht gegeben. Bei der Verwendung einer 20 mm dünnen Styroporplatte bestehe die Gefahr der Rissbildung im Außenputz infolge von Windsog und Winddruck. Diese Gefahr habe sich vorliegend realisiert.

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