ARCHITEKTENRECHT

Zur Sekundärhaftung des Architekten

BGH, Beschluss vom 30.07.2015, Az.: VII ZR 57/15

Ein Bauherr (B) betraute einen Architekten (A) für die Errichtung eines Bürogebäudes mit den Leistungsphasen 1 bis 8 gem. § 15 Abs. 2 HOAI 1996. Im Juni 2002 legte A seine Schlussrechnung. Im März 2002 zeigte B dem A an, dass durch ein Dachflächenfenster Feuchtigkeit in das Gebäude eingedrungen war. A veranlasste Nachbesserungen durch den Dachdecker. Als später erneut Feuchtigkeit eindrang, ließ B die Dachkonstruktion im Jahr 2011 begutachten. Hierbei stellte sich heraus, dass der Mangel aus einem Planungsfehler resultierte. B erhob gegen A Klage auf Schadensersatz. A berief sich auf Verjährung.
Die Klage war erfolgreich. A könne sich nicht mit Erfolg auf Verjährung berufen. Als er im Jahr 2002 über die Feuchtigkeitsschäden informiert wurde, hätte er darauf hinweisen müssen, dass hierfür gegebenenfalls eigene Versäumnisse ursächlich sind. In dem Fall hätte B rechtzeitig Maßnahmen der Verjährungshemmung ergreifen können. Aufgrund der Verletzung der Untersuchungs- und Hinweispflicht habe A für den Schaden nach den Grundsätzen der Sekundärhaftung einzustehen. Unerheblich sei, dass die Leistungsphase 9 vorliegend nicht beauftragt worden war.


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