ARCHITEKTENRECHT

Revisionsöffnungen vergessen – Wer haftet?

BGH, Beschluss vom 09.04.2015, Az.: VII ZR 243/12

Ein Bauherr (B) beauftragte einen Architekten (A) für die Errichtung eines Bürogebäudes mit der Planung und Bauüberwachung. Mit der technischen Gebäudeausrüstung (TGA) betraute B einen Fachplaner (F). Nach Fertigstellung des Gebäudes monierte B unter anderem, dass im Treppenhaus Revisionsöffnungen für den Schacht der Trockensteigleitung fehlen. Klageweise machte er gegen A Schadensersatz geltend. A sah sich nicht in der Verantwortung. Die Planung der Revisionsöffnungen habe F oblegen.

Das Oberlandesgericht folgte der Auffassung des A. Es sei grundsätzlich Sache des Fachplaners der TGA, auf die Notwendigkeit von Revisionsöffnungen hinzuweisen und deren Dimensionierung sowie örtliche Lage vorzugeben. A habe die Planung des F zwar nicht ungeprüft übernehmen dürfen. Offensichtliche Fehler müsse ein Architekt seinem Auftraggeber anzeigen. Es könne von ihm aber nicht erwartet werden, dass er die Planung detailliert prüft. Demnach habe A nicht erkennen müssen, dass in der Planung des F Revisionsöffnungen fehlten.

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