BAURECHT

Fassadenbeschichtung mangelhaft?

OLG München, Beschluss vom 15.10.2015, Az.: 28 U 1494/15 Bau

Ein Auftraggeber (AG) betraute einen Bauunternehmer (BU) mit der Beschichtung einer aus Stahlbetonfertigteilen hergestellten, rissigen Fassade. Im zugrundeliegenden Vertrag war vereinbart, dass der AG das Material stellt, das in fünf exakt beschriebenen Arbeitsschritten aufgebracht werden soll. Nach der Fertigstellung monierte der AG, dass das Material nicht aufgebraucht wurde und eine dauerhafte Rissüberbrückung nicht gewährleistet sei. Der BU wandte ein, dass beides nicht vereinbart worden sei. Der AG klagte daraufhin auf Vorschuss der Mängelbeseitigungskosten.

Die Klage war nicht erfolgreich. Die Werkleistung des BU sei mangelfrei. Im Vertrag sei weder der vollständige Verbrauch des Materials noch eine dauerhafte Rissüberbrückung vereinbart. Eine ergänzende Vertragsauslegung komme diesbezüglich nicht in Betracht. In Ansehung der im Vertrag enthaltenen, detaillierten Beschreibung der Arbeitsschritte hätte erwartet werden können, dass der AG auch bezüglich des Materialverbrauchs und der Rissüberbrückung Regelungen trifft, wenn ihm hieran wirklich etwas lag. Aufgrund der exakten Vorgaben zur Ausführung hätte der BU im Übrigen auch nicht darauf hinweisen müssen, dass eine dauerhafte Rissbildung nicht erreicht werde.

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