ARCHITEKTENRECHT

Regressprozess des Architekten gegen den Bauunternehmer

BGH, Beschluss vom 06.04.2016, Az.: VII ZR 283/15

Ein Bauherr klagte mit Erfolg gegen den planenden und bauüberwachenden Architekten (A) auf Schadensersatz wegen Feuchtigkeitsschäden. Schadensursachlich war die Bitumendickbeschichtung, die nicht ordnungsgemäß geplant und ausgeführt worden war. Im Anschluss nahm A den Bauunternehmer (BU) im Klageweg in Regress. Er forderte unter Berücksichtigung seiner Verantwortung 50 % des zu zahlenden Schadensersatzes. Der BU wandte ein, A sei für den Schaden allein verantwortlich. Ihm seien gravierende Planungsfehler unterlaufen. Außerdem sei er seiner Bauüberwachungspflicht nicht nachgekommen.

Die Klage des A war erfolgreich. Dem A seien zwar in der Tat, wie bereits im vorherigen Schadensersatzprozess festgestellt, erhebliche Planungsfehler unterlaufen. Hierfür hafte er im Verhältnis zum BU aber nur i. H. v. 50 %. Im Übrigen sei der BU für den Schaden verantwortlich. Insbesondere könne er sich nicht darauf berufen, er sei während der Ausführung nicht ausreichend überwacht worden. Es sei treuwidrig, wenn er erwartet, dass der Bauüberwacher diejenigen Fehler erkennt oder verhindert, die er selbst verursacht hat.

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