ARCHITEKTENRECHT

Haftet der Architekt für Fehler der Tragwerksplanung eines Statikers?

BGH, Beschluss vom 21.05.2015, Az.: VII ZR 8/15

Ein Architekt (A) war mit der Genehmigungs- und Ausführungsplanung zur Errichtung eines Wohnhauses samt Umlaufbalkon betraut. Mit der Tragwerksplanung beauftragte der Bauherr (B) einen Statiker. Nach Fertigstellung des Wohnhauses zeigten sich Risse im Außenputz. Es stellte sich heraus, dass die aufgrund des Umlaufbalkons erforderliche Rückverankerung des Mauerwerks fehlte. B klagte daraufhin gegen A auf Schadensersatz. A wandte ein, dass für den Planungsfehler in erster Linie der Statiker verantwortlich sei.

Die Klage war erfolgreich. A könne sich nicht durch Verweis auf Fehler des Statikers entlasten. Er habe die Tragwerksplanung nicht ungeprüft hinnehmen dürfen. Für die fehlerhafte Planung eines Sonderfachmanns sei ein Architekt stets mitverantwortlich, wenn er den Fehler hätte erkennen können. Dabei sei zu unterstellen, dass einschlägige DIN-Vorschriften sowie Richtlinien zur Erstellung eines Brüstungsmauerwerks bekannt sind. Daran gemessen hätte A das Erfordernis einer Rückverankerung erkennen können und den B hierauf hinweisen müssen.

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