ARCHITEKTENRECHT

Honorarvereinbarung per E-Mail ist unwirksam!

BGH, Beschluss vom 26.03.2015, Az.: VII ZR 273/14

Ein privater Bauherr (B) beauftragte einen Architekten (A) per E-Mail mit der Planung eines Ferienhauses. Das auf diese Weise vereinbarte Pauschalhonorar lag deutlich unterhalb der HOAI-Mindestsätze. Als die Vertragsparteien später in Streit gerieten, rechnete A seine Leistungen auf der Grundlage der HOAI-Mindestsätze ab. B hielt das unter Verweis auf die Honorarvereinbarung für unzulässig. A erhob Klage.

Die Klage war erfolgreich. Die per E-Mail getroffene Honorarvereinbarung sei unwirksam. Sie genüge nicht der gem. § 7 Abs. 1 HOAI erforderlichen Schriftform. Hierfür wäre gem. § 126 Abs. 2 BGB die eigenhändige Unterschrift beider Vertragsparteien auf einer Urkunde erforderlich gewesen. Die Geltendmachung der HOAI-Mindestsätze sei im Übrigen auch nicht treuwidrig. B habe nicht dargelegt, dass er auf die Wirksamkeit der Honorarvereinbarung ernsthaft vertraute und eine Zahlung auf Basis der HOAI-Mindestsätze für ihn unzumutbar ist.

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