ARCHITEKTENRECHT

Haftung für Planungsfehler bei der Altbausanierung

BGH, Beschluss vom 12.03.2015, Az.: VII ZR 334/13

Ein Architekt (A) plante die Sanierung eines in den 1950ern errichteten Mehrfamilienhauses. Nach Fertigstellung der Bauarbeiten traten an den Balkonen Risse zum Vorschein. Schadensursächlich war nach Aussagen eines Sachverständigen das Fehlen von Dehnungsfugen in der alten Bausubstanz. A meinte, das Ausführen neuer Fugen hätte erhebliche Kosten verursacht. Hierauf habe der Bauherr (B) somit aus wirtschaftlichen Gründen bewusst verzichtet. B entgegnete, A habe ihn nicht über die gravierenden Folgen aufgeklärt.

Die auf Schadensersatz gerichtete Klage des B war erfolgreich. A hafte wegen Planungsmängeln. Er könne sich nicht damit entlastet, die Sanierung in vollem Umfang nach den Vorstellungen des B geplant zu haben. A sei zur Erstellung einer Planung verpflichtet gewesen, die ein dauerhaft mangelfreies Werk gewährleistet. Hierzu gehörte es, das Bestandsgebäude eingehend zu untersuchen und B über die Tragweite planerischer Entscheidungen vollumfänglich aufzuklären. Wird das versäumt und spart der Bauherr schließlich an der falschen Stelle, sei eine Haftung des Architekten unumgänglich.

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