BAURECHT

Bodenbelag weist „Pickel“ auf – Neuverlegung unzumutbar?

BGH, Beschluss vom 17.09.2014, Az.: VII ZR 17/13

Ein Fußbodenleger (F) wurde mit der Verlegung eines Elastomer-Bodenbelags im Verwaltungsgebäude des öffentlichen Auftraggebers beauftragt. Da der verlegte Belag über die gesamte Fläche kleine pickelartige Erhebungen aufwies, verlangte der AG die vollständige Neuverlegung. Das hielt F für unverhältnismäßig. Die pickelartigen Erhebungen seien unvermeidbar gewesen und würden die Gebrauchstauglichkeit des Bodens nicht beeinträchtigen. Der AG klagte auf Zahlung des Vorschusses zur Mängelbeseitigung.

Die Klage war erfolgreich. Ein Sachverständiger stellte fest, dass die „Pickel“ des Bodenbelags nicht durch Schmutzeinschlüsse, sondern durch den von F verwendeten, verstärkt faserarmierten Spachtel verursacht worden waren. Die Werkleistung des F sei somit mangelhaft. Dabei handele es sich nicht lediglich um einen optische Mangel. Vielmehr sei im Bereich jeder Erhebung die Lebensdauer des Bodenbelags erheblich verkürzt. Eine Neuverlegung sei unter diesen Umständen keineswegs unverhältnismäßig.

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