ARCHITEKTENRECHT

Anteilige Kosten der Bauüberwachung als Schadensersatz?

OLG Hamm, Urteil vom 19.11.2014, Az.: 12 U 58/14

Ein Architekt (A) wurde mit den Leistungsphasen 1 bis 8 gem. § 15 Abs. 2 HOAI 1996 für die Erweiterung eines Universitätsgebäudes beauftragt. Das mit der Glasdachkonstruktion betraute Bauunternehmer (BU) arbeitete mangelhaft. Der Bauherr (B) ließ die Mängel letztlich im Wege der Ersatzvornahme beseitigen. Anschließend machte er gegen BU Schadensersatz geltend. Hierin waren die Kosten der Bauüberwachung enthalten, soweit sie auf die Ersatzvornahme entfielen. Der BU wandte ein, dass die Kosten der Bauüberwachung schon dem Grunde nach nicht ersatzfähig seien. Sie wären B ohnehin entstanden.

Das Oberlandesgericht gab dem BU Recht. Die Kosten der Bauüberwachung seien nicht ersatzfähig, auch nicht anteilig. Die Überwachung der Mängelbeseitigung gehörte als Grundleistung der Leistungsphase 8 zum vereinbarten Leistungssoll des A. Er habe keine darüber hinausgehende Leistung erbracht. Die Intensität der Bauüberwachung sei für den Honoraranspruch des Architekten regelmäßig irrelevant. Folglich sei unmaßgeblich, ob ein Bauunternehmen besonders mangelhaft arbeitet und die Mängelbeseitigung zeitintensiv ist. Ebenso unmaßgeblich sei, ob Mängel durch das ursprünglich beauftragte Bauunternehmen oder im Wege der Ersatzvornahme beseitigt werden.

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