ARCHITEKTENRECHT

Schwimmbecken undicht – Haftung des Bauüberwachers?

OLG Jena, Urteil vom 08.01.2015, Az.: 1 U 268/13

Ein Bauherr (B) beauftragte einen Architekt (A) mit den Leistungsphasen 1 bis 9 gem. § 15 HOAI 1996 für die Errichtung eines Einfamilienhauses. Von der Planung war die technische Gebäudeausrüstung ausgenommen, insbesondere das Schwimmbecken, das B im Keller errichten lassen wollte. A oblag insoweit aber die Bauüberwachung. Nach Fertigstellung trat aus dem Schwimmbecken Wasser aus. Es stellte sich heraus, dass die verbaute Folie und die Sekundärentwässerung mangelhaft waren. B nahm das ausführende Bauunternehmen und A in Haftung.

Die auf Schadensersatz gerichtete Klage war nur gegen das Bauunternehmen erfolgreich. A sei für den Schaden nicht verantwortlich. Er hätte die Fehler bei der Ausführung nicht erkennen können. Das Oberlandesgericht schloss sich diesbezüglich den Aussagen des Sachverständigen an. Demnach sei für einen durchschnittlichen Bauüberwacher nicht zu erkennen gewesen, dass die verlegte Folie undicht ist. Hierfür wäre eine hydraulisch funktionstechnische Überprüfung erforderlich gewesen. Die hierfür erforderlichen Spezialkenntnisse habe man von A nicht erwarten können. Gleichermaßen sei zweifelhaft, dass ein Bauüberwacher ohne einschlägige, jahrelange Erfahrung die Mängel der Sekundärentwässerung hätte erkennen können.

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