ARCHITEKTENRECHT

In welchem Umfang sind Grundwasserverhältnisse zu beachten?

OLG Düsseldorf, Urteil vom 23.10.2014, Az.: 5 U 84/10

Ein Bauträger (B) beauftragte einen Architekten (A) für die Errichtung von Einfamilienhäusern mit den Leistungsphasen 1 bis 5 gem. § 15 Abs. 2 HOAI 1996. Für die Erstellung der Statik wurde ein Ingenieur (I) beauftragt. Die Baugrundstücke lagen in einem ehemaligen Tagebaugebiet. Nach Fertigstellung kam es zu Feuchtigkeitsschäden in den Kellerbereichen. Es stellte sich heraus, dass die Abdichtung gegen drückendes Wasser mangelhaft geplant worden war. B erhob gegen A Schadensersatzklage. A wandte ein, I hätte die Abdichtung planen müssen.

Die Klage war erfolgreich. Dem A habe die Ermittlung der Grundwasserverhältnisse oblegen. Hierbei hätte bedacht werden müssen, dass es in einem ehemaligen Tagebaugebiet typischerweise zum Anstieg des Grundwasserspiegels kommt. Die Grundwasserdaten hätte A dem I zur Verfügung stellen und schließlich die Statik dahingehend überprüfen müssen, ob die Daten Berücksichtigung gefunden haben. Das habe A versäumt. B treffe allerdings ein Mitverschulden. Er sei ein örtlich erfahrener Bauherr und hätte alle Beteiligten auf den zu erwartenden Anstieg des Grundwasserspiegels hinweisen können.

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