ARCHITEKTENRECHT

Leistungsverzeichnis ohne Beauftragung erstellt – Haftung bei Mängeln?

OLG Brandenburg, Urteil vom 29.08.2014, Az.: 11 U 170/11

Ein privater Bauherr (B) beauftragte einen Architekten (A) für den Umbau einer Villa mit der Genehmigungsplanung. Darüber hinaus erstellte A – ohne hierzu beauftragt worden zu sein – ein Leistungsverzeichnis für die Sanierung des Daches. Nachdem die Bauarbeiten am Dach entsprechend den Vorgaben des Leistungsverzeichnisses ausgeführt worden waren, traten Feuchtigkeitsschäden auf. B klagte gegen A auf Schadensersatz.

Die Klage war erfolgreich. Schadensursächlich war nach Auffassung eines Sachverständigen letztlich das Leistungsverzeichnis des A, das keine adäquate Belüftung des Dachstuhls vorsah. Da keine Ausführungsplanung erfolgt war, hätte A bei der Erstellung des Leistungsverzeichnisses besondere Sorgfalt walten lassen müssen. Insbesondere scheide eine Haftung des A nicht deshalb aus, weil er das Leistungsverzeichnis aus freien Stücken erstellte. Der Annahme, dass eine bloße Gefälligkeit des täglichen Lebens vorliegt, stehe entgegen, dass A mit der Verwendung des Leistungsverzeichnisses hätte rechnen müssen. Vor allem hätte er die rechtliche und wirtschaftliche Tragweite seiner Leistung erkennen können.

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