BAURECHT

Zur Erstattung von Mangelbeseitigungskosten

OLG Stuttgart, Urteil vom 15.04.2014, Az.: 10 U 130/13

Ein Auftragnehmer (AN) wurde damit beauftragt, den Gussasphaltboden eines Cafés mit einer Oberflächenversiegelung zu versehen. Kurze Zeit nach der Fertigstellung zeigten sich Ablösungen. Der Auftraggeber (AG) begehrte erfolglos die Mangelbeseitigung. Schließlich ließ er den Fußboden von einem anderen Unternehmen abschleifen und einen Fliesenbelag aufbringen. Die entstandenen Kosten in Höhe von ca. 36.000 Euro verlangte er vom AN ersetzt. Das Landgericht sprach ihm lediglich ca. 21.000 Euro zu. Das entsprach den Kosten für das Abschleifen sowie den fiktiven Kosten für das Aufbringen einer fachgerechten Versiegelung.

Die dagegen eingelegte Berufung des AG war erfolgreich. Ein Sachverständiger habe festgestellt, dass das verwendete Material für eine dauerhafte Versiegelung ungeeignet ist, weil es regelmäßig neu aufgetragen werden müsse. In Anbetracht des Zwecks der Beauftragung sei die Leistung des AN mithin mangelhaft gewesen. Die ausgeführte Versiegelung sei für den Cafébetrieb untauglich. Da sich das aufgetragene Material nicht vollständig, insbesondere nicht aus den Poren des Gussasphalts beseitigen lasse, hätte im Rahmen der Mangelbeseitigung nicht ohne Weiteres eine andere Versiegelung aufgetragen werden können. Es sei daher legitim, dass der AG stattdessen einen Fliesenbelag aufbringen ließ. Die hiermit verbundenen Kosten müsse der AN vollumfänglich erstatten.

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