BAURECHT

Haftung des Auftragnehmers bei bloßen Gefälligkeiten

OLG Celle, Urteil vom 03.04.2014, Az.: 5 U 168/13

Ein Bauherr (B) beauftragte ein Unternehmen (U) mit der Installation von Solarmodulen auf dem Dach seines Einfamilienhauses. Da ein anderer Klempner im Keller ein Waschbecken demontiert, aber nicht wieder montiert hatte, bat B den U, das Waschbecken aufzuhängen. Hierbei unterlief U ein Fehler, der zu einem Wasserschaden in Höhe von ca. 6.000 Euro führte. B nahm den U klageweise in Haftung.

Die Klage war nicht erfolgreich. Die Montage des Waschbeckens erfolgte unentgeltlich auf Bitten des B und mithin im Rahmen eines bloßen Gefälligkeitsverhältnisses. Es bestehe weder ein innerer noch ein sachlicher Zusammenhang zur vergütungspflichtigen Installation der Solarmodule. Daher sei anzunehmen, dass B und U stillschweigend die Haftung für Schäden auf Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit beschränkt haben. Vorsätzliches oder grob fahrlässiges Handeln könne dem U hier aber nicht zur Last gelegt werden.

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