ARCHITEKTENRECHT

Wer ist Vertragspartner eines Architektenvertrags?

OLG Celle, Urteil vom 24.07.2014, Az.: 16 U 59/13

Ein Bauherr (B) ließ die Freianlagen einer Grundschule von einer Architektin (A) planen. Nach Fertigstellung traten Feuchtigkeitsschäden an der Außenwand des Gebäudes auf. B erhob gegen A Klage auf Schadensersatz. A wandte ein, dass sie nicht selbst, sondern ausweislich der Vertragsurkunde die Firma „A.-Landschaftsarchitekten“ Vertragspartnerin sei. Firmeninhaber sei ihr Ehemann. Sie habe nur gelegentlich als Familienmitglied ausgeholfen.

Die Klage war erfolgreich. Vertragspartnerin des B sei A. Zwar ist im Vertrag die Firma „A-Landschaftsarchitekten“ genannt worden und regelmäßig würden unternehmensbezogene Geschäfte dem Firmeninhaber zugeordnet. Hier habe A den Vertrag jedoch ohne einen Zusatz, der auf eine Vertretung des Firmeninhabers hindeutet, unterzeichnet. Sie habe zudem die Planung selbst erbracht und regelmäßig allein an den Baubesprechungen teilgenommen. Objektiv sei die Unternehmensbezogenheit daher nicht hinreichend zum Ausdruck gekommen. Das gehe aus Gründen der Sicherheit des Rechtsverkehrs zu Lasten der A.

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