ARCHITEKTENRECHT

Feuchter Rohbau beheizt – Bauüberwacher haftet für Schimmel

BGH , Beschluss vom 14.08.2014, Az.: VII ZR 346/13

Für die Errichtung eines Mehrfamilienhauses war ein Architekt (A) mit der Planung und Objektüberwachung betraut. Der Rohbau und das Dachgeschoss wurden kurz vor Wintereinbruch fertiggestellt. Anschließend beheizte ein Bauunternehmen den Keller und die untere Etage provisorisch mithilfe einer Bauheizung. Die warme und feuchte Luft stieg durch die Öffnung, die für die Bodentreppe vorgesehen war, bis ins Dachgeschoss auf. Es bildete sich in erheblichem Umfang Schimmel. Der Bauherr (B) klagte gegen A auf Schadensersatz in Höhe von 25.000 Euro wegen mangelhafter Bauüberwachung.

Die Klage war erfolgreich. A habe seine Pflicht zur Bauüberwachung verletzt. Ihm sei bekannt gewesen, dass der noch feuchte Rohbau beheizt wird. Ihm sei ebenso bekannt gewesen, dass das witterungsbedingt kalte Dachgeschoss noch nicht luftdicht von den unteren Etagen abgetrennt war. Er habe somit von Umständen Kenntnis gehabt, die typischerweise zur Schimmelbildung führen. Demnach hätte A geeignete Gegenmaßnahmen veranlassen, jedenfalls den B auf das Risiko der Schimmelbildung hinweisen müssen.

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