ARCHITEKTENRECHT

Bauüberwachung bei Fassadensanierung

OLG Celle, Urteil vom 29.01.2014, Az.: 7 U 158/12

Ein Landkreis (L) beauftragte einen Architekten (A) mit den Leistungsphasen 1 bis 8 gem. § 15 HOAI 1996 für die Sanierung der Fassade eines 1716 errichteten Gebäudes. Nach Fertigstellung der Bauarbeiten zeigten sich Risse im Putz. Ein Sachverständiger stellte fest, dass hierfür im Wesentlichen die mangelhafte Aufarbeitung des Untergrunds ursächlich gewesen ist. Vor allem sei zwischen dem Aufbringen der Salzsperre und dem Auftragen des Putzes zu viel Zeit verstrichen. Das habe sich negativ auf die Haftung des Materials ausgewirkt. L erhob darauf Schadensersatzklage gegen A wegen mangelhafter Bauüberwachung. A wandte ein, dass es für die Risse weitere Ursachen gebe, für die er nicht verantwortlich sei.

Die Klage war erfolgreich. A habe seine Bauüberwachungspflicht verletzt. Ein bauüberwachender Architekt sei ohne konkreten Anlass verpflichtet, selbständig und regelmäßig die Bauarbeiten zu überprüfen. Hier habe das Alter des Gebäudes besonderen Anlass zur Prüfung der Tragfähigkeit des Fassadenuntergrunds gegeben. Durch einfache Sichtprüfung hätte A die mangelnde Eignung des Untergrunds feststellen können. Insoweit bestehe zumindest eine Mitursächlichkeit für den Schaden, was für den Ersatzanspruch des L gegen A dem Grunde nach ausreiche.

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