ARCHITEKTENRECHT

Beratung bei Planungsalternativen

OLG Düsseldorf, Urteil vom 06.03.2014, Az.: 5 U 84/11

Ein Architekt (A) wurde mit Planungsleistungen für die Errichtung eines Bürogebäudes beauftragt. Als Sonnenschutz und zum Zwecke der Temperaturregulierung schlug A den Einbau sogenannter Stoff-Screens an den Fensteroberseiten vor. Der hinzugezogene Fachingenieur für Bauphysik bestätigte die Eignung der Stoff-Screens für den vorgesehenen Zweck, wies allerdings darauf hin, dass die Raumtemperaturen im Juli und August bei knapp über 26 °C liegen werden. Bessere Ergebnisse könnten mit dem Einbau von Aluminium-Lamellen erzielt werden. Der Bauherr (B) entschied sich gleichwohl für die Stoff-Screens. Später machte er gegen A allerdings Schadensersatz geltend, weil er mit den Raumtemperaturen unzufrieden war.

Das Oberlandesgericht wies die Klage des B ab. A sei seiner Beratungspflicht beanstandungslos nachgekommen. Er habe Planungsalternativen aufgezeigt und die hiermit verbundenen Vor- und Nachteile erläutert. Er habe auf die Einschaltung eines Sonderfachmanns hingewirkt, um fehlende Spezialkenntnisse zu kompensieren. Dem Sonderfachmann habe er die zutreffenden Parameter mitgeteilt. Erkennbare Fehleinschätzungen des Sonderfachmanns, die A hätte beanstanden müssen, hätten nicht vorgelegen. Die Stoff-Screens seien für den vorgesehenen Zweck grundsätzlich geeignet gewesen. Die Vorteile der Aluminium-Lamellen seien dem B mehrfach und ausführlich erklärt worden.

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