BAURECHT

Schadensersatz wegen unsachgemäßer Prüfung eines Schornsteines

BGH, Beschluss vom 06.03.2014, Az.: VII ZR 266/12

Ein Hauseigentümer (H) beauftragte einen Ofenbauer (O) mit der Errichtung eines Kachelofens. Im Keller befand sich die Revisionsklappe des Schornsteins. Zur Prüfung der Förderleitung entzündete O Zeitungspapier, während H von draußen den Rauchabzug beobachten sollte. Als keine Rauchbildung zu sehen war, wiederholte O den Versuch. Wenig später stand der Dachstuhl in Brand. Ursächlich war das entzündete Zeitungspapier, das durch einen Luftzug ins Dachgeschoss aufgestiegen war. Der Schornstein hatte keinen durchgehenden Abzug, sondern diente als Versorgungsschacht. Im Klageweg begehrte die Versicherung des H, die den Schaden regulierte, von O Regress.

Die Klage war erfolgreich. O habe infolge unsachgemäßer Prüfung des Rauchabzugs den Schaden allein zu verantworten. Die Errichtung eines Kachelofens umfasse den ordnungsgemäßen Anschluss an einen vorhandenen Schornstein. Hierzu müsse geprüft werden, ob der Schornstein konstruktiv zur Ableitung heißer Rauchgase geeignet und vor allem nicht stillgelegt ist. O hätte zunächst eine Sichtprüfung vornehmen oder den Rauchabzug mithilfe einer Rauchgaspatrone prüfen müssen. Das sofortige und vor allem mehrmalige Abbrennen von Zeitungspapier sei fahrlässig.

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