BAURECHT

Tropenholz falsch beschichtet – Fachmann haftet!

OLG Brandenburg, Urteil vom 05.03.2014, Az.: 4 U 134/09

Ein Bauträger (B) beauftragte einen Parkettleger (P) mit der Herstellung des Parkettfußbodens in Büroräumen. Der Fußboden sollte in repräsentativer Art und Weise mit Doussié-Holz verkleidet werden. Kurze Zeit nach Abnahme zeigten sich Kratzer in der Beschichtung. Die Erwerber der Büroräume hielten die Restzahlung des Kaufpreises zurück. P berief sich auf eine unsachgemäße Pflege des Fußbodens. B beauftragte schließlich ein anderes Unternehmen, das den Fußboden mehrmals abschliff und mit geeignetem Lack beschichtete. Die entstandenen Kosten in Höhe von insgesamt ca. 34.000 Euro machte er gegen P als Schadensersatz geltend.

Die darauf gerichtete Klage war erfolgreich. B stehe Schadensersatz zu, wobei neben den reinen Mängelbeseitigungskosten auch die von ihm zu zahlenden Zinsen für einen zwischenzeitlich aufgenommenen Kredit zu berücksichtigen seien. Die Beweisaufnahme habe gezeigt, dass nicht ein falsches Pflegeprodukt mangelursächlich war. Vielmehr habe P ein Hartwachsöl verwendet, das für Tropenholz ungeeignet ist. Dabei hätte P als Fachmann bekannt sein müssen, dass Tropenholz gegenüber europäischen Hölzern eine wesentlich höhere Festigkeit und somit Dichte aufweist, was bei der Imprägnierung zu beachten ist.

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