BAURECHT

Bauherr stürzt auf Baustelle – Wer haftet?

OLG Koblenz, Urteil vom 05.03.2014, Az.: 5 U 1090/13

Ein privater Bauherr (B) besichtigte an einem Freitagnachmittag den eingerüsteten Rohbau seines Einfamilienhauses. Dabei stürzte er durch die ungesicherte Treppenöffnung vom Obergeschoss in den Keller. Der genaue Unfallhergang ist unklar. Insbesondere ist unklar, wie B in das Obergeschoss gelangen konnte – die Treppen waren noch nicht eingebaut und die Leitern des Gerüsts entfernt worden. Am Unfalltag waren weder Handwerker vor Ort, noch Bauarbeiten geplant. B klagte gegen den Bauunternehmer und den Bauleiter auf Schadensersatz wegen mangelhafter Sicherung der Baustelle.

Die Klage war nicht erfolgreich. B habe den Unfall allein verschuldet. Die Beklagten hätten ihre Verkehrssicherungspflichten nicht verletzt. Besondere Maßnahmen zur Sicherung des Obergeschosses habe es nicht bedurft, weil zum maßgeblichen Zeitpunkt keine Bauarbeiten ausgeführt wurden. Aus dem Grund sei mit einer Baubegehung nicht zu rechnen gewesen. Insbesondere sei der Zugang zum Obergeschoss durch das Entfernen der Gerüstleitern hinreichend versperrt gewesen. Die Beklagten hätten nicht damit rechnen müssen, dass sich der B möglicherweise durch Klettern Zugang verschaffen würde.

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