ARCHITEKTENRECHT

Wer trägt die Beweislast bei mangelhafter Bauüberwachung?

OLG Hamm, Urteil vom 27.02.2014, Az.: 21 U 159/12

Für die Errichtung von Doppelhäusern betraute ein Bauträger (B) einen Architekten (A) mit der Planung und Bauüberwachung. Als die Erwerber den Schallschutz bemängelten, ließ der Bauträger Nachbesserungsarbeiten ausführen, die wiederum A überwachte. Hierbei wurde u. a. festgestellt, dass die Ringbalken im Dachbereich überbetoniert worden waren. Nach Abschluss der Bauarbeiten war der Schallschutz nur teilweise verbessert. Die Erwerber machten gegen B Schadensersatz geltend. Mit seiner Klage begehrte B von A Regress wegen mangelhafter Bauüberwachung. Das Landgericht gab der Klage nur teilweise statt und sah eine Verletzung der Bauüberwachungspflicht im Wesentlichen als nicht erwiesen an.
In der Berufung verzeichnete B einen Teilerfolg. Der Streit wurde unter Aufhebung der vorinstanzlichen Entscheidung zur erneuten Prüfung an das Landgericht zurückverwiesen. Das Oberlandesgericht betonte, dass im Bereich des Schallschutzes eine erhöhte Bauüberwachungspflicht bestehe. Das gelte insbesondere bei der Errichtung von Doppelhäusern. Bezüglich der Beweislage sei zu bedenken, dass für B der Anscheinsbeweis streite. Die Überbetonierung der Ringbalken deute darauf hin, dass die Doppelhäuser erhebliche Mängel aufweisen, die bei ordnungsgemäßer Bauüberwachung vermieden worden wären.

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