ARCHITEKTENRECHT

Haftung des Architekten trotz Beauftragung eines Fachplaners

OLG Celle, Urteil vom 29.01.2014, Az.: 7 U 159/12

Ein Landkreis (L) betraute einen Architekten (A) zum Zwecke der Sanierung eines im Jahr 1716 errichteten Gebäudes mit den Leistungsphasen 1 bis 8 gem. § 15 Abs. 2 HOAI 1996. Zusätzlich beauftragte L einen Fachplaner (F), der den Feuchte- und Salzgehalt des Mauerwerks ermitteln und ein Konzept zur Abdichtung entwickeln sollte. In einem Diagnosebericht riet F zu einer Injektionsabdichtung über Bohrungen an der Innenseite der Außenwand. Dementsprechend plante A die Sanierung. Als nach Fertigstellung gleichwohl Feuchtigkeitsschäden auftraten, klagte L gegen A auf Schadensersatz.

Die Klage war erfolgreich. Die Planung des A sei mangelhaft. Laut des Sachverständigengutachtens hätte die Injektion aufgrund der Wandstärke sowohl von innen als auch von außen hätte erfolgen müssen. Diese Notwendigkeit sei ohne Weiteres dem Merkblatt des Herstellers des Injektionsmittels zu entnehmen gewesen. A könne sich nicht darauf berufen, dass der Diagnosebericht des F nur eine einseitige Injektion vorsah. Der Diagnosebericht sei als Arbeitsgrundlage zu verstehen und enthalte keine verbindlichen Vorgaben. F habe ein Konzept ähnlich einer Vorplanung erstellt. Die schadensursächliche Ausführungs- und Detailplanung sei hingegen Aufgabe des A gewesen.

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