BAURECHT

Schallschutz eines Wohn- und Geschäftshaus ist beim Rohbau zu beachten

BGH, Beschluss vom 07.11.2013, Az.: VII ZR 171/12

Ein Bauunternehmer (BU) wurde für die Errichtung eines Wohn- und Geschäftshauses mit Rohbauarbeiten betraut. Dem lag ein Leistungsverzeichnis zugrunde, das für die Innenwände der Geschäftsräume die Verwendung von Hochlochziegeln der Rohdichteklasse 1,8 vorsah. Bezüglich der Trennwände der Wohnungen fehlte eine konkrete Angabe. Der BU verbaute hierfür schließlich Hochlochziegel der Rohdichteklasse 1,6. Der Auftraggeber (AG) hielt die Werkleistung aufgrund dessen für mangelhaft und verlangte Schadensersatz. Während mit der Rohdichteklasse 1,8 ein erhöhter Schallschutz von 55 dB erreicht worden wäre, genüge die Rohdichteklasse 1,6 nur dem Mindestschallschutz gem. DIN 4109. Der BU wandte ein, nicht gewusst zu haben, welcher Schallschutz geplant war. Möglicherweise sollte ein erhöhter Schallschutz auch erst im Zuge des Ausbaus hergestellt werden, beispielsweise durch das Anbringen von Gipsplatten mit Schaumstoff als Vorwand.

Die Schadensersatzklage des AG war erfolgreich. Auch wenn die Vertragsunterlagen keine ausdrücklichen Angaben zum Schallschutz enthielten, habe der BU von dem Gepräge des zu errichtenden Gebäudes ableiten müssen, dass ein üblicher Qualitäts- und Komfortstandard geschuldet war. Hierzu gehöre die Herstellung eines erhöhten Schallschutzes. Irrelevant sei, ob der BU in Unkenntnis der Planung des weiteren Ausbaus auf eine spätere Herstellung des erforderlichen Schallschutzes vertraute. Er hätte jedenfalls in Ansehung des zumindest stellenweise konkret ausgeschriebenen Baumaterials mit dem AG Rücksprache halten müssen.

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