BAURECHT

Zur Hinweispflicht eines Auftragnehmers

BGH, Beschluss vom 30.10.2013, Az.: VII ZR 345/12

Ein Bauherr (B) beauftragte im Jahr 1995 einen Dachdecker (D) mit der Errichtung eines Metalldachs. D erbrachte seine Werkleistung mangelhaft. Den sich anschließenden Rechtsstreit beendeten die Parteien mit einem Vergleich, wonach D das Dach erneut eindecken sollte. Nach Fertigstellung der Mängelbeseitigungsarbeiten traten Feuchtigkeitsschäden auf. Ein Sachverständiger stellte fest, dass die Unterspannbahn Löscher und Risse aufwies und teilweise herabhing. B erhob gegen D Klage auf Schadensersatz in Höhe von ca. 156.000 Euro.

Die Klage war teilweise erfolgreich. Mangelursächlich sei zwar nicht das Gewerk des D. Allerdings seien die Schäden der Unterspannbahn bei der Neueindeckung des Dachs unübersehbar gewesen. D hätte den B hierauf hinweisen müssen. Jeder Bauunternehmer müsse prüfen, ob die Vorarbeiten, auf denen sein Gewerk aufbaut, eine geeignete Grundlage bilden und nicht den Erfolg der eigenen Werkleistung in Frage stellen. Infolge des Unterlassens eines Hinweises hafte D für die Mehrkosten, die dem B durch das Auswechseln der Unterspannbahn bei eingedecktem Dach entstehen. Im Übrigen müsse B die Kosten der Mängelbeseitigung aber selbst tragen.

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