BAURECHT

Zur Haftung des Dachdeckers für Brandschäden

BGH, Urteil vom 01.10.2013, Az.: VI ZR 409/12

Ein Dachdecker (D) war mit der Verlegung einer Bitumenbahn auf dem Flachdach einer Lagerhalle betraut. Zeitgleich fanden Zimmerarbeiten am Holzständerwerk des Gebäudes statt, sodass Teilbereiche des Dachs geöffnet waren und die Papierkaschierung der Dämmung freilag. Das Material entzündete sich während der Dachdeckerarbeiten. Durch den Brand wurde auch das Nachbargebäude in Mitleidenschaft gezogen. Die Feuerversicherung nahm D im Klageweg auf Schadensersatz in Anspruch. D berief sich auf ein Mitverschulden des Bauherrn (B), der ihn weder auf die leichte Entflammbarkeit der Dämmung, noch auf die fehlende Brandschutzwand zum Nachbargebäude hingewiesen habe.

Die Klage war erfolgreich. Ein Mitverschulden des B infolge eines unterlassenen Hinweises könne nicht festgestellt werden. Eine Warnpflicht des Geschädigten im Sinne des § 254 Abs. 2 S. 1 BGB bestehe nicht, wenn der Schädiger die Gefahr gleich gut oder sogar besser erkennen kann, als der Geschädigten. Die erhöhte Brandgefahr sei für D als Fachmann in Ansehung des freigelegten Materials offensichtlich gewesen. Demnach hätte er auch das Vorhandensein einer Brandschutzmauer prüfen müssen. Anhaltspunkte dafür, dass B deren Fehlen bekannt war und zumindest insoweit ein Hinweis hätte ergehen müssen, seien nicht dargelegt worden.

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