ARCHITEKTENRECHT

Zur Bauüberwachungspflicht bei Fliesenlegerarbeiten

OLG Koblenz, Urteil vom 16.01.2013, Az.: 5 U 748/12

Ein Architekt (A) war für den Umbau eines Autohauses mit der Planung und Bauüberwachung beauftragt. Der Ausstellungsraum sollte neu gefliest werden. Kurz nach Fertigstellung der sechs Wochen andauernden Arbeiten, bemerkte der Bauherr (B) Hohlstellen und das Ablösen einiger Fliesen. Ursächlich war, dass die Ausgleichsmasse nicht ausreichend nivelliert worden war und der Fliesenleger nur punktuell Mörtel zum Ausgleich aufbrachte. B klagte gegen A auf Schadensersatz in Höhe von ca. 180.000 Euro wegen Verletzung der Bauüberwachungspflicht.
Die Klage war nicht erfolgreich. Die Ausführung des Fliesenunterbaus und die Fliesenlegerarbeiten seien einfache handwerkliche Routinearbeiten, die nicht überwachungsbedürftig seien. Zwar habe infolge der Dauer der Bauarbeiten sowie der Größe der Fläche und der Tatsache, dass die Fläche mit Autos befahren werden sollte Anlass bestanden, die Bauarbeiten zumindest in gewissen Abständen zu überprüfen. Dem sei A jedoch mit Stichproben nachgekommen.

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