ARCHITEKTENRECHT

Sanierung einer Kirche: Wer haftet für ungeeignetes Fugenmaterial?

BGH, Beschluss vom 20.06.2013, Az.: VII ZR 84/11

Ein Architekt (A) wurde zur Sanierung einer Pfarrkirche mit Planungs- und Überwachungsleistungen beauftragt. Für die Beurteilung des Sanierungskonzepts zog der Bauherr einen Bauchemiker (BC) hinzu, der für die Instandsetzung der Mauerwerkfugen die Verwendung eines zementarmen Kalkmörtels empfahl. Bereits zu Beginn der Ausführung zeigten die Fugen Rissen. Der BC plädierte gleichwohl für die Weiterverwendung des Mörtels unter intensiver Nachbewässerung. In der Folgezeit traten weiterhin erhebliche Rissbildungen auf. Nach einem selbstständigen Beweisverfahren verklagte der Bauherr A und BC auf ca. 410.000 Euro Schadensersatz.

Die Klage war erfolgreich. A und BC haften gesamtschuldnerisch. Der BC habe als Sonderfachmann versagt, ein geeignetes Fugenmaterial zu finden bzw. die Eignung des gewählten Kalkmörtels überprüfen zu lassen. Vor allem hätte bereits ein Einblick in die Produktblätter über dessen Ungeeignetheit Klarheit geschaffen. Bauchemischer Fachkenntnisse hätte es hierfür nicht bedurft, weshalb das Versäumnis auch dem bauüberwachenden A zur Last falle.

Aktuelle Rechtsprechung

VERGABERECHT

Auftraggeber antwortet nicht auf Rüge: Nachprüfungsantrag zulässig!

Ein öffentlicher Auftraggeber (AG) schrieb die Installation einer Lüftungsanlage im offenen Verfahren europaweit aus. Ein Bieter (B) erhielt im Wege ... mehr

BAURECHT

Zusätzliche Vergütung für nicht beauftragte, aber höherwertige Leistung?

Ein öffentlicher Auftraggeber (AG) beauf-tragte einen Bauunternehmer (BU) auf der Grundlage der VOB/B mit der Ausführung eines ... mehr

ÖFFENTLICHES BAURECHT

Löschwasserversorgung im Außenbereich – Erschließung gesichert?

Ein Landwirt (L) beantragte eine Baugenehmigung für die Errichtung eines Kuhstalls im Außenbereich. Die örtliche Gemeinde (G) versagte ihr ... mehr