ARCHITEKTENRECHT

Brandschutz missachtet: Wer haftet?

OLG Celle, Urteil vom 04.01.2012, Az.: 14 U 126/11

Ein Auftraggeber (AG) schuldete die Errichtung eines Neubaus. Er betraute einen Architekten (A) mit der Objektplanung und einen Tragwerksplaner (T) mit der Statik. T sollte vor allem die Auflage von Leimbindern berechnen. Der AG holte ein Brandschutzgutachten ein, woraus sich ergab, dass die zwischen den Bauabschnitten geplante Brandschutzwand nicht von brennbaren Bauteilen der Fassade oder des Daches überbrückt werden darf. Letztlich plante A gleichwohl, dass die Leimbinder des zweiten Bauabschnitts entsprechend den Vorgaben der Statik auf den Stahlbetonstützen des ersten Bauabschnitts aufliegen. Die Brandschutzwand wurde damit durchdrungen. Der AG klagte gegen A und T auf Schadensersatz in Höhe von ca. 85.000 Euro.

Die Klage war nur gegen A erfolgreich. Er habe die Vorgaben des Brandschutzgutachtens missachten. T habe hingegen ein technisch mangelfreies Werk erbracht. Seine Aufgabe sei es lediglich gewesen, die statische Realisierbarkeit des Bauvorhabens aufzuzeigen. Er sei kein Fachmann für Brandschutz. Die Umsetzung der Statik obliege hingegen dem Bauherrn bzw. seinem Architekten. Hier hätte A prüfen müssen, ob die Statik den vorgegebenen Anforderungen entspricht. Das habe er versäumt.

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