ARCHITEKTENRECHT

Bauüberwachungspflicht im Nachunternehmerverhältnis

OLG Brandenburg, Urteil vom 28.03.2013, Az.: 12 U 96/12

Ein Bauherr beauftragte einen Architekten (A1) mit den Grundleistungen der Leistungsphasen 5 bis 9 gemäß § 15 Abs. 2 HOAI 1995. Die Leistungen der Objektüberwachung vergab A1 an einen anderen Architekten (A2). Nach Fertigstellung des Gebäudes zeigten sich u.a. Mängel bei der Abdichtung der Tiefgarage sowie im Bereich der Dämmung. A1 wurde vom Bauherrn erfolgreich wegen Planungs- und Bauüberwachungsfehlern auf Schadensersatz in Anspruch genommen. Mit seiner Klage wollte er bei A2 Regress nehmen.

Die Klage war teilweise erfolgreich. A2 treffe eine hälftige Haftung. Als bauüberwachender Architekt habe er eine herausgehobene Stellung unter den am Bau Beteiligten gehabt. Er hätte für eine mangelfreie Realisierung des Bauverhabens sorgen müssen. Dazu gehörte es, die Eignung der zur Verfügung stehenden Planung dahingehend zu überprüfen, ob auf ihrer Grundlage, unter Beachtung der anerkannten Regeln der Technik, eine mangelfreie Errichtung des Bauwerks möglich sein wird. Das habe A2 versäumt. Die Anforderungen an seine Bauüberwachungspflicht seien auch nicht dadurch gemildert gewesen, dass er nicht vom Bauherrn direkt, sondern von einem Architekten beauftragt worden war.

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