ARCHITEKTENRECHT

Vorgaben der Statik: Architekt muss Austrocknung von Holz beachten!

BGH, Beschluss vom 29.04.2013, Az.: VII ZR 55/12

Ein Bauträger beauftragte einen Architekten (A) für die Errichtung von Reihenhäusern mit den Leistungen der Leistungsphasen 1 bis 9 gemäß 15 Abs. 2 HOAI a.F. A schrieb entsprechend der Statik Mittelpfetten für die Dächer mit einem Querschnitt von 22 x 28 cm aus. Als A später schwer erkrankte, vereinbarten die Parteien, dass er von den noch nicht erbrachten Leistungen befreit wird und keine Ansprüche in Zusammenhang mit seinem Ausfall geltend gemacht werden. Nach Fertigstellung der Reihenhäuser stellte sich heraus, dass die verwendeten Mittelpfetten infolge der Trocknung des Holzes nur noch einen Querschnitt von 18 x 23,5 cm aufwiesen. Der Bauträger machte gegen A Schadensersatz geltend.

Die darauf gerichtete Klage war erfolgreich. Zunächst sei die Vereinbarung der Parteien als Abnahme der Architektenleistung zu werten. Hierin bestehe den Umständen nach kein Unterschied zu einer sonstigen vorzeitigen, einvernehmlichen Vertragsbeendigung. Der geltend gemachte Schadensersatzanspruch sei aufgrund der Vereinbarung auch nicht ausgeschlossen. Denn schon die bis dato erbrachte Architektenleistung sei mangelhaft. A hätte Mittelpfetten ausschreiben müssen, die auch unter Berücksichtigung des allgemein bekannten, natürlichen Austrocknungsprozesses der Statik genügen.

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