ARCHITEKTENRECHT

Bauüberwachung bei Ausführung einer Dampfsperrbahn

OLG Köln, Urteil vom 13.03.2013, Az.: 16 U 123/12

Ein Generalunternehmer (GU) ließ 6 Reihenhäuser und 34 Doppelhaushälften errichten. Dazu hatte er einen Architekten (A) mit den Leistungen der Leistungsphasen 6 bis 8 gemäß § 15 Abs. 2 HOAI a.F. beauftragt. Unmittelbar nach Fertigstellung zeigten sich bei allen Häusern Feuchtigkeitsschäden in den Warmdächern. Die Beweisaufnahme ergab, dass die Dampfsperrbahnen durch Tackerklammern und Schnitte beschädigt und nicht ausreichend verklebt worden waren. Der GU erhob gegen A Klage auf Schadensersatz wegen mangelhafter Bauüberwachung.

Die Klage war erfolgreich. A habe dem Anschein nach seine Bauüberwachungspflicht verletzt. Das ergebe sich aus der Häufigkeit des Mangels – alle errichteten Häuser waren betroffen. A habe den Anscheinsbeweis nicht entkräften können. Dazu hätte er im Einzelnen darlegen müssen, welche Überwachungstätigkeiten er vorgenommen hatte. Seine Bauüberwachung hätte zudem erhöhten Anforderungen genügen müssen, denn bei der Ausführung einer Dampfsperrbahn handele es sich nach Ansicht des Oberlandesgerichts um eine schwierige und risikoträchtige Baumaßnahme, die besonders streng überwacht werden müsse.

Aktuelle Rechtsprechung

BAURECHT

Wer trägt die Kosten eines Nachtragsangebots?

Ein öffentlicher Auftraggeber (AG) beauftragte einen Bauunternehmer (BU) mit der Errichtung einer Lärmschutzwand. Während der Ausführung zog der ... mehr

BAURECHT

Fensterflügel schleifen am Fensterrahmen: Mangel!

Eine Stadt (S) beauftragte einen Fensterbauer (F) unter Einbeziehung der VOB/B 2002 mit der Erneuerung der Rundbogenfenster eines Schulgebäudes. ... mehr

BEAMTENRECHT

Versagung des Pflichtehrensolds eines Bürgermeisters wegen Unwürdigkeit

Der ehemalige Bürgermeister (B) einer Gemeinde in Bayern wurde im Jahr 2008 wegen Betrugs in 17 Fällen zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren ... mehr