BAURECHT

Bauunternehmer haftet auch für Mangel an Baustoffen

BGH, Beschluss vom 24.01.2018, Az.: VII ZR 103/14

Ein Bauherr (B) beauftragte einen Bauunternehmer (BU) auf der Grundlage der VOB/B mit Sanitärarbeiten an einem mehrstöckigen Wohnhaus. Kurz nach Fertigstellung kam es zu einem massiven Wasserschaden. Schadensursächlich war die vom BU installierte Warmwasserleitung – an einem Verbindungselement hatte eine Haltekralle gefehlt. B klagte gegen den BU auf Schadensersatz in Höhe von ca. 270.000 €.

Die Klage hatte Erfolg. Der BU müsse Schadensersatz leisten. Die Ursache für den Wasserschaden liege in seinem Leistungsbereich. Es könne dahinstehen, ob die Haltekralle bereits ab Werk fehlte, das Verbindungsstück also mangelhaft war, oder ob die Haltekralle bei der Montage entfernt bzw. vergessen wurde. Ein Werkunternehmer müsse grundsätzlich auch für die Mängel an den verwendeten Baustoffen einstehen. Zudem habe der BU nicht die anerkannten Regeln der Technik beachtet: Er habe eine Zugprobe unterlassen. Hierdurch hätte er das Fehlen der Haltekralle noch rechtzeitig bemerken können.

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