ARCHITEKTENRECHT

Architekt muss über Abweichung von DIN-Normen informieren

BGH, Beschluss vom 10.01.2018, Az.: VII ZR 238/15

Ein Bauherr (B) beauftragte einen Architekten (A) mit der Planung des Umbaus eines Eissportstadions. Aufgrund einer behördlichen Vorgabe plante A die Stufen der Tribüne in Höhe von 20 cm, statt – wie bisher vorgesehen – in Höhe von 22 cm. Infolgedessen verschlechterten sich die Sichtverhältnisse für die Zuschauer und die Planung genügte nicht mehr den Anforderungen der DIN EN 13200-1. Später erblickte B hierin einen Planungsfehler und klagte gegen A auf Schadensersatz. A wandte ein, die DIN EN 13200-1 sei unverbindlich. Außerdem seien die Sichtverhältnisse auf die behördlichen Vorgaben zum Brand- und Katastrophenschutz zurückzuführen.
Die Klage des B hatte Erfolg. Die Planung des A sei im Hinblick auf die Sichtverhältnisse mangelhaft. Sie entspreche nicht den anerkannten Regeln der Technik. Insoweit wären auch die Anforderungen der DIN EN 13200-1 zu beachten gewesen. Selbst wenn die behördlichen Vorgaben hiermit nicht in Einklang zu bringen gewesen wären, hätte A den B auf diesen Umstand mit hinreichender Deutlichkeit hinweisen und die möglichen Konsequenzen aufzeigen müssen. Ohne diese Aufklärung könne kein Einverständnis des B mit der (mangelhafte) Planung angenommen werden.

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