BAURECHT

Zur Prüf- und Hinweispflicht eines Fachmanns

BGH , Beschluss vom 11.10.2017, Az.: VII ZR 142/17

Ein Bauherr (B) beauftragte einen Zimme-rer (Z) mit der Errichtung eines Dachstuhls. Hierzu übergab B eine vollständig bemaßte Dachstuhlzeichnung, die sein Architekt er-stellt hatte und die Sparrenabstände von 98 cm vorsah. Der Architekt war – was sich im Nachhinein herausstellte – allerdings von den Vorgaben des Statikers abgewi-chen, der Sparrenabstände von 70 cm be-rechnet hatte. Aufgrund dessen musste der Dachstuhl später ertüchtigt werden. Die hiermit verbundenen Kosten verlangte B von Z klageweise ersetzt. Er meinte, Z hät-te erkennen müssen, dass die in der Dach-stuhlzeichnung ausgewiesenen Sparrenab-stände zu groß waren.

Die Klage hatte keinen Erfolg. Z habe die Notwendigkeit der Ertüchtigung des Dach-stuhls nicht zu verantworten. Zwar sei Z ein Fachmann. Gleichwohl habe er gegen die in der Dachstuhlzeichnung ausgewiesenen Sparrenabstände keine Bedenken hegen müssen. Dass der Architekt des B die Vor-gaben des Statikers missachtet hatte, sei für Z nicht offenkundig, d. h. nicht ohne Weiteres erkennbar gewesen. Vielmehr habe er auf die Richtigkeit der Dachstuhl-zeichnung vertrauen dürfen. Eine anlasslo-se Nachberechnung hätte die Prüf- und Hinweispflicht überspannt.

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