ARCHITEKTENRECHT

Zur Planung und Überwachung der Ausführung eines WDV-Systems

OLG Düsseldorf, Urteil vom 20.02.2018, Az.: 23 U 101/16

Ein Bauherr (B) beauftragte einen Architek-ten (A) für die Errichtung eines Einfamilien-hauses mit den Leistungsphasen 1 bis 9 gemäß HOAI 2002. Als ca. 2 Jahre nach der Fertigstellung Risse an der Außenfas-sade zum Vorschein traten, beantragte B ein selbstständiges Beweisverfahren. Der gerichtlich bestellte Sachverständige stellte Planungs- und Ausführungsfehler des Wärmedämmverbundsystems (WDV-System) fest. Insbesondere seien die Dämmplatten ungeeignet und deren Ver-klebung unzureichend gewesen. B klagte gegen A auf Schadensersatz in Höhe von ca. 138.000 €.

Die Klage war in Höhe von ca. 93.000 € erfolgreich. A falle ein Planungs- und Bauchüberwachungsfehler zur Last. Er habe es versäumt, im Rahmen der Leis-tungsphase 5 den Sockelbereich des WDV-Systems im Detail zu planen und insoweit die Verwendung geeigneter Dämmplatten vorzugeben. Das sei bei der Ausführung eines WDV-Systems stets erforderlich. Darüber hinaus hätte A die Verklebung der Dämmplatten ordnungsgemäß überwachen müssen. Er hätte die Ausführungsfehler ohne besondere Fachkenntnisse erkennen und verhindern können.

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