ARCHITEKTENRECHT

Haftet ein Architekt für von Schwarzarbeitern verursachte Mängel?

OLG Schleswig, Urteil vom 22.03.2018, Az.: 7 U 48/16

Ein Bauherr (B) beauftragte einen Architek-ten (A) mündlich mit der Planung der Sa-nierung eines Altbaus. Die erforderlichen Abbrucharbeiten wollte B in Eigenleistung durchführen. Auf Empfehlung des A beauf-tragte er hierfür Studenten als ungelernte Bauhelfer. Diese entlohnte B „schwarz“ mit 10 € pro Stunde. Später stellte sich heraus, dass durch die Abbrucharbeiten in die Ge-bäudestatik eingegriffen worden war. B meinte, A hätte die Bauhelfer überwachen müssen. Klageweise begehrte er von ihm deshalb Schadensersatz.

Die Klage hatte keinen Erfolg. B habe nicht nachgewiesen, dass A mit der Bauüberwa-chung betraut worden war. Vielmehr sei der Umfang der Abbrucharbeiten allein durch B geleitet worden. Aus dem Grund komme eine Verletzung von Aufklärungs- und Hin-weispflichten nicht in Betracht. Hinzukom-me, dass derjenige, der Schwarzarbeiter beschäftigt, keinen Schutz verdiene und deshalb auch keine Gewährleistungsan-sprüche geltend machen könne. Da A nicht wusste, dass B die Bauhelfer illegal be-schäftigte, würde es eine unzulässige Rechtsausübung darstellen, wenn er nun anstelle der Bauhelfer für Mängel in die Haftung genommen wird.

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