ARCHITEKTENRECHT

Verlegung von Altparkett ist nicht besonders überwachungsbedürftig

OLG Dresden, Urteil vom 25.01.2018, Az.: 10 U 780/17

Ein Architekt (A) war mit der Überwachung der Sanierung eines Mehrfamilienhauses betraut. Im Zuge dessen wurde Altparkett ausgebaut, aufgearbeitet und wieder eingebaut. Nach der Fertigstellung monierte der Auftraggeber (AG) Mängel am Parkettboden. Teilweise war die Nut-Feder-Verbindung nicht gegeben, weil Parkettstäbe mit der Unterseite nach oben verlegt worden waren. Der AG meinte, A sei seiner Überwachungspflicht nicht nachgekommen. A wandte ein, er habe die Parkettlegearbeiten nicht intensiv überwachen müssen, zumal nur einzelne Räume betroffen seien.
Die gegen A gerichtete Schadensersatzklage des AG hatte keinen Erfolg. Parkettlegearbeiten seien nicht besonders überwachungsbedürftig. Es handele sich um einfache handwerkliche Tätigkeiten, bei denen der Bauüberwacher nicht fortwährend zugegen sein müsse. Auch der Umstand, dass Altparkett verlegt wurde, ändere nichts an dieser Einschätzung. Vielmehr habe sich A auf das handwerkliche Geschick des Parkettverlegers verlassen dürfen. Anlass für Zweifel an einer ordnungsgemäßen Ausführung hätte jedenfalls nicht bestanden.

Aktuelle Rechtsprechung

ARCHITEKTENRECHT

Grundsätze des Vergaberechts missachtet: Architektenvertrag ist nichtig!

Ein öffentlicher Auftraggeber (AG) betraute seit mehreren Jahren einen Architekten (A) mit diversen Projekte. Auch für den Neubau eines Museums ... mehr

VERGABERECHT

Leere Formblätter eingereicht – Ausschluss zwingend?

Ein öffentlicher Auftraggeber (AG) schrieb eine Brandschutzgrundsicherung auf der Grundlage der VOB/A öffentlich aus. Die Bieter waren dazu ... mehr

ERSCHLIEßUNGSBEITRAGSRECHT

Wann ist eine Anbaustraße endgültig hergestellt?

Der Kläger (K) ist Eigentümer eines Grundstücks, das in Sachsen an einer als Sackgasse ausgeführten Anbaustraße liegt. Im Jahr 2001 setzte die ... mehr