ARCHITEKTENRECHT

Zur Bauüberwachungspflicht bei der Ausführung einer „Weißen Wanne“

OLG Düsseldorf, Urteil vom 07.04.2016, Az.: 5 U 135/14

Ein Architekt (A) war für die Errichtung eines Mehrfamilienhauses mit der Planung und Bauüberwachung beauftragt. Der Keller sollte als „Weiße Wanne“ ausgeführt werden. Als später Feuchtigkeit in den Keller eindrang, stellte ein Sachverständiger fest, dass die Anschlussfugen undicht und der Beton der Bodenplatte nur unzureichend verdichtet worden war. Der Bauherr nahm A wegen Versäumnissen bei der Bauüberwachung in die Haftung. A entgegnete, die mangelnde Verdichtung des Betons wäre keinesfalls zu erkennen gewesen.

Die auf Schadensersatz gerichtete Klage hatte Erfolg. A hafte wegen mangelhafter Bauüberwachung. Bewehrungs- und Betonierungsarbeiten zur Herstellung einer „Weißen Wanne“ seien gleichermaßen, wie Abdichtungs- und Isolierarbeiten, kritische und gefahrenträchtige Arbeiten, die besonders überwacht werden müssen. Eine bloß stichprobenartige Bauüberwachung sei ungenügend, selbst wenn zuvor Erkundigungen zur Zuverlässigkeit des Bauunternehmens eingeholt wurden. A hätte die Ausführfehler auch erkennen können, wenn er die jeweiligen Arbeitsschritte beobachtet und kontrolliert hätte.

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